Archiv für Mai 2013

neues für den deutschunterricht…

ich reblogge das etz hier einfach mal :D

http://maedchenmannschaft.net/pronomen-ohne-geschlecht/

dass ich persönlich weniger wert auf schönen klang von sprache als auf ihre primär- und sekundärbedeutungsebenen lege wissen wir ja schon…was denkt ihr?

rich guilt (a little too pathetic)

Es war einmal ein reiches Mädchen
das wuchs auf zwischen Feldern und Wiesen auf dem Land.
Es wuchs auf mit Hasen und Hunden und Enten
und Unmengen Büchern und Urlaub am Strand.

Es hatte zwei arbeitende Eltern
der Vati Mechanik und die Mutti bei der Bank.
Und selbst als der Vater mal arbeitslos wurde
war das kaum Anlass zur Sorge um den Kontostand.

„Alle Menschen sind gleich!“ – dachte das reiche Mädchen
(es saß gerade da und schälte Lauch)
Dass alle hier (in BRD) die gleichen Chancen hätten
und Kinder von Hartz IV-Empfängerinnen auch.

Es gibt eine Menge was das Mädchen nicht wusste
und was es halt später erfahren musste:

Dass in diesem Land auch vielen Menschen
ein eigenes Auto stets Wunschtraum bleibt
und dass mensch sich zum Ende eines Monats
die wirklich letzte Scheibe Toast im Hause einverleibt.

Es war einmal ein reiches Mädchen
das kam zuvor sich reich nie vor.
Es sieht heute ein Bild von sich von gestern:
Da steht es und verschließt mit Sorgfalt Aug und Ohr.

solikram

solidarität ist vielen menschen suspekt.
ich versuche solidarität zu zeigen und stoße auf komplettes unverständnis.

‚ich mag doch schwule [warum eigentlich nie die lesben?] auch!‘
‚und was bringt das denen jetzt wenn wir uns nich küssn?‘
‚dürfen wir dann auch nich mehr die straße langgehn weil es unsolidarisch is gegenüber menschen ohne beine?‘

es kommt vor dass ich männlichen* menschen zuhöre wie sie sich über eine frau* in der nähe auslassen, ihr aussehen und die fickbarkeit bewerten und eine oder mehrere frauen* die zuhören, lachen und vielleicht sogar mit ‚draufhaun‘. dann möchte ich sie anschreien: ‚du könntest genauso an ihrer stelle stehn! warum verteidigst du sie nicht? zeig doch mal ein bisschen solidarität!“
nicht dass das irgendwas bringen würde.

wo zeigt ihr solidarität und wie kommt das außen an?

appropiation

heute im angebot: jammern auf hohem niveau!
kennt ihr diesen gedankengang der zu dem ergebnis führt dass ihr verschiedene dinge unterlassen wollt weil ihr keine anderen kulturen nachäffen wollt? und dann hört ihr damit auf. und damit. zum beispiel.
und dann fragst du dich ob am ende vielleicht nix übrigbleiben wird. musst du deine harrington weggeben weil working class und Co?
wenn iro und mohawk nicht gehen, ist sidecut dann tragbar? unwahrscheinlich, oder?
was also anziehn.
und dann fiel mir auf dass es eine ‚kultur‘ gäbe, die mir quasi ‚gehört‘. die mir zusteht. nur dass ich sie nich will.
link, link, link, vll auch das, auf jeden fall das.
ich könnte anfangen aus seitan und tofu eine möglichst genaue schweinebratennachbildung anzufertigen. versuchen eine lederfreie lederhose zu finden. mir lange haare wachsen lassen und sie in zwei zöpfen tragen. meine wochenenden im bierzelt und dem jugendheim verbringen und bei der schrecklichen bigbandversion von ‚über den wolken‘ das ‚Ayayay‘ mitgrölen. der feuerwehr beitreten.
aber da bleib ich lieber unkultiviert.
^^