schutzfunktion

es ist nacht. ich gehe alleine durch eine dunkle stadt, kaum jemensch ist unterwegs. ich bin grade nicht so mutig. ich bemerke, dass ein mann* entweder hinter oder neben mir den gleichen weg geht. das macht mir aus verschiedenen, eventuell irrationalen, gründen angst.
ich reagiere darauf indem ich bewusst nicht schneller gehe. stattdessen mache ich breitere schritte und verlagere beim gehen mein gewicht deutlicher, wanke quasi fast ein bisschen. ich spreize die ellenbogen leicht ab um breiter zu erscheinen. ich räuspere mich rauh und tief und hoffe dass der andere mensch bald abbiegt.

welchen sinn hat dieser unbewusste verteidigungsmechanismus?
die antwort hat mich selbst überrascht. ich versuche offenbar der anderen person als ‚männlich‘ oder zumindest als ‚unweiblich‘ zu erscheinen. als ‚unattraktiv‘. als körperlich ebenbürtig. um eventuelle übergriffe jeglicher art von vornherein auszuschließen. das gleiche gilt auch wenn ich mit einer freundin* unterwegs bin. dann kommt noch dazu dass ich einen arm um sie lege, wie es der männliche teil eines heteropaares vielleicht tun würde.


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